Imperial Meeting Juli 2015 - F-Class Schießen in England


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Der Ursprung des Imperial Meeting geht auf die 1850er Jahre zurück. In England wurden damals Übungsplätze angelegt, wo die Volunteers ihre Schießübungen abhalten mussten. Bis zur heutigen Zeit entwickelte sich daraus wohl eines der größten zivilen Schützenfeste der Welt, für dessen gesamte Abwicklung über die angebotenen Disziplinen, ein Zeitraum von rund einem Monat benötigt wird.

Was macht das Imperial Meeting aus, dass jedes Jahr über 1000 Sportschützen nach England reisen, um sich dort in verschiedenen Disziplinen des Großkaliber Schießsports zu messen?

Die Faszination, welche die Disziplin, das F-Class Schießen ausmacht, wenn auf 1000 Yard das V-Bull in Größe einer CD getroffen wird und der "Marker" in der Anzeigerdeckung die rote Anzeigetafel auf dem rechten unteren Rand des Scheibenträgers aufgehängt hat?

Der Reiz, Wind und Wetter zu trotzen und die damit verbundenen schwierigen Verhältnisse zu meistern, eigene Fehler zu erkennen und aus den Erfahrungen zu lernen, gehört zum F-Class Schießen dazu. Man ist selbst immer wieder erstaunt darüber, dass es möglich ist, mit einem Gewehr auf eine so weite Entfernung ein so kleines Ziel zu treffen. Es gehören Erfolge aber auch Enttäuschungen dazu. Wer von den F-Class Schützen hat nicht schon mal daran gezweifelt, ob man sich nochmals dem "Stress" stellt, den Anforderungen schwieriger Wetterlagen zu trotzen und ein mieses Ergebnis einfahren soll. Doch beim nächsten Mal sind alle, die diese Atmosphäre erlebt haben, wieder dabei.

Der Kanadier Mr. Farquharson hatte Ende des letzten Jahrhunderts die Idee, auf das Target Rifle Gewehr ein Zielfernrohr zu montieren. Er wollte älteren Schützen, die aufgrund körperlicher Probleme nicht mehr in der Lage waren, diese Sportart auszuüben, wieder Gelegenheit geben, an Wettkämpfen teilzunehmen. Dieses Schießen wurde nach seinem Namen mit "F(arguharson)"- Class benannt.

Inzwischen ist diese Sportart rasant gewachsen und wird von viel jüngeren Schützen ausgeübt und bestimmt. Frauen sind zwar in der Minderheit, aber dennoch auch vertreten, wie die Erfolge der jungen, englischen Frauen Mrs. Elena Davis und Miss SC Yates zeigen.
Der F-Class Schießsport ist für alle Teilnehmer gleich: keine Einteilung in Altersklassen, Schützen / innen mit oder ohne Behinderungen.

Für das diesjährige Imperial hatten die Organisatoren die Dauer des Gesamtwettkampfes für die F-Class von acht auf fünf Tage verkürzt. Die Anzahl der Short Range Wettkämpfe von 300 bis 600 Yard beibehalten und die Long Range Wettkämpfe von 900 bis 1000 Yard fast verdoppelt.

Insgesamt vier Wettkämpfen jeden Tag, ein sehr anspruchsvolles Programm was die Individuals betraf.
Erreichte man eines der Finals, so konnten am Tag fünf Schießen anstehen. Eine große konditionelle Belastung für den Schützen, hat er doch ein Equipment von ca. 50 kg zu bewegen, das nach jedem Wettkampf, je nach Auslosung, auf eine andere Ranch zu transportieren war.

Erforderlich für erfolgreiches Schießen auf große Entfernungen ist ein präzise schießendes Gewehr und die Beherrschung desselben. Entscheidendes Kriterium ist, Wind und Wetter richtig einzuschätzen. Wind lesen, wie man sagt, wird wohl niemand perfekt beherrschen. Eines ist klar, theoretisch ist Windlesen nicht zu lernen. Nur praktische Erfahrung auf der Feuerlinie gibt einem die nötige Sicherheit, auch bei starkem Wind die Mitte der Scheibe zu treffen.

Vom BDMP wurde eine sechs Mann starke F-Class Open Mannschaft entsandt. Die eingesetzten Kaliber waren 1x7mm WSM, 1x.284, und 4x wurde erstmals mit Gewehren im Kaliber .300 WSM geschossen. Der Erfolg der deutschen Mannschaft ist mit 4 Challenge Cups, die NRA Gold St George`s Badge, die F Open Farquharson Badge, dazu 8 Gold, 3 Silber und 2 Bronzemedaillen zu würdigen. Beim F-Class International Team Schießen konnte man sich gegen die starke Mannschaft der Engländer nicht durchsetzen und wurde respektabler zweiter Sieger.

Klaus Schwegler
Eppelheim, den 29.09.2015

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